Unternehmensverkauf Schweiz 2026: Der vollständige Leitfaden
Sie haben Ihr Unternehmen über 20 oder 30 Jahre aufgebaut. Jetzt steht der Verkauf an — und mit ihm die wichtigste finanzielle Entscheidung Ihres Lebens. Dieser Leitfaden begleitet Sie durch jede Phase: Vorbereitung, Bewertung, Käufersuche, Due Diligence, Vertragsverhandlung und Closing.
Der Schweizer M&A-Markt 2026 ist anders als noch vor fünf Jahren. Höhere Zinsen drücken die Multiples in einigen Branchen, gleichzeitig sucht eine Rekord-Generation an pensionierungsreifen Unternehmern nach Nachfolgelösungen. Wer 2026 verkauft, profitiert von strukturierten Prozessen und digitalen Tools — und vermeidet die teuersten Fehler, die wir täglich sehen.
Inhaltsverzeichnis
- Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Verkauf?
- Wie viel ist Ihr Unternehmen wert? Bewertungsmethoden 2026
- Verkaufsprozess: Die 6 Phasen im Detail
- Käufertypen: Wer kauft Schweizer KMU?
- Rechtlicher Rahmen: OR, FusG, BVG
- Steueroptimierung: Vom Asset Deal zum Share Deal
- Die 10 teuersten Fehler — und wie Sie sie vermeiden
- Branchen-Multiples DACH Q1 2026
- Honorarmodelle: Was kostet ein M&A-Berater?
- Digitale Tools für KMU-Verkäufer
1. Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Verkauf?
Die einfache Antwort: Wenn Ihre Verkaufsbereitschaft (Exit-Readiness) auf einem Score über 70/100 steht, der Markt strukturell günstig ist und Sie persönlich emotional bereit sind. In der Praxis kommen alle drei Faktoren selten gleichzeitig zusammen.
Die drei Dimensionen der Verkaufsreife
Operative Reife. Ein verkaufsbereiter Betrieb läuft auch ohne den Inhaber für mindestens 6 Wochen reibungslos. Die zweite Führungsebene kann strategische Entscheidungen treffen, dokumentierte Prozesse decken die Kernabläufe ab, und das Reporting liefert monatliche Zahlen innerhalb von 10 Werktagen. Wir messen dies in 25 strukturierten Fragen über fünf Kategorien — wer unter 60 Punkten liegt, sollte 9–18 Monate in die operative Reife investieren, bevor der Verkaufsprozess startet.
Finanzielle Reife. Drei Jahre testierte Abschlüsse mit konsistenter Methodik, eine bereinigte EBITDA-Brücke (Eigentümergehalt, Familienleistungen, Einmaleffekte herausgerechnet) und eine saubere Trennung zwischen betriebsnotwendigem und nicht-betriebsnotwendigem Vermögen sind Pflicht. Hier scheitern überraschend viele Verkäufe nicht am Käufer-Interesse, sondern an der Datenqualität, die nicht standhält.
Marktreife. Schweizer M&A-Multiples für KMU bewegen sich Q1 2026 zwischen 4,5× EBITDA (Handel, Gastronomie) und 12× EBITDA (Software-as-a-Service mit ARR > CHF 5 Mio.). Die Spanne wird durch Wachstumsraten, Recurring-Revenue-Anteil, Kundenkonzentration und IP-Schutz bestimmt. Ein Verkauf in einem Branchen-Hoch kann den Erlös um 30–80 % steigern — genauso kann ein Verkauf während einer Branchenkrise zur Halbierung führen.
Persönliche Bereitschaft — die unterschätzte Variable
Die Mehrheit der zerbrochenen KMU-Deals scheitert nicht an Bewertung oder Recht, sondern an der emotionalen Unsicherheit der Verkäufer. Drei Fragen helfen:
- Was machen Sie an dem Tag, an dem das Closing unterzeichnet ist?
- Würden Sie den Käufer einem befreundeten Unternehmer empfehlen?
- Können Sie eine 12-monatige Earn-Out-Klausel emotional aushalten?
Wer alle drei Fragen klar beantworten kann, ist bereit. Wer zögert, sollte mit einem Coach oder Wirtschaftspsychologen arbeiten — nicht mit einem M&A-Berater.
Praxistipp: Bevor Sie den ersten Berater anrufen, ermitteln Sie kostenlos Ihren Exit-Readiness-Score und Ihre indikative Bewertungsspanne. Beides liefert Ihnen Mergixa in 5 Minuten — anonym, ohne Anmeldung.
2. Wie viel ist Ihr Unternehmen wert? Bewertungsmethoden 2026
Eine Unternehmensbewertung ist keine Zahl, sondern eine Spanne. Professionelle Bewerter kombinieren immer mindestens zwei Methoden — die Differenz zeigt die Bandbreite, in der eine Verhandlung stattfinden wird.
Methode 1: Multiples (Marktwertvergleich)
Die schnellste und in der Praxis dominierende Methode für KMU-Transaktionen unter CHF 50 Mio. Sie multiplizieren Ihr bereinigtes EBITDA mit einem branchen- und grössenabhängigen Faktor:
- Industrie / Maschinenbau: 5,5–7,5×
- Beratung / Services: 4,0–6,5×
- Software (klassisch): 7,0–10,0×
- SaaS (ARR > CHF 5 Mio.): 9,0–12,0×
- Gesundheit / Medizin: 6,0–9,0×
- E-Commerce: 4,0–6,5×
- Gastronomie / Hotellerie: 3,5–5,0×
Die exakten Multiples für Q1 2026 finden Sie in unserer DACH-Multiples-Tabelle am Ende dieses Artikels.
Methode 2: Discounted Cash Flow (DCF)
Der DCF projiziert die freien Cashflows der nächsten 5 Jahre, addiert eine Terminal Value (Gordon Growth oder Exit Multiple) und diskontiert mit den Kapitalkosten (WACC).
Vereinfachte Formel:
Enterprise Value = Σ FCF_t / (1+WACC)^t + Terminal Value / (1+WACC)^5
Für Schweizer KMU verwenden wir 2026 typischerweise:
- Risk-Free Rate: 1,2 % (10-jährige Bundesobligationen)
- Equity Risk Premium: 5,5–6,5 %
- Levered Beta: 1,0–1,4 (KMU-Aufschlag von 0,2–0,3 ggü. Branchenbeta)
- Resultierender WACC: 8 %–12 %
Methode 3: Substanzwert / Asset-Based
Bei stark immobilien- oder vermögenslastigen Unternehmen (klassische Industrieunternehmen mit Immobilien, Hotellerie, Spezialfahrzeugbau) wird der Asset-basierte Ansatz relevant. Hier addiert man den Marktwert aller betriebsnotwendigen Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten.
Achtung Hidden Real Estate: In einem konkreten Mandat fanden wir Immobilienwerte von CHF 4,5 Mio., die in der ursprünglichen DCF-Bewertung nicht berücksichtigt waren — 33,6 % des finalen Verkaufspreises kamen aus dieser Real-Estate-Discovery.
Methode 4: Football-Field-Analyse
Die seriöse Praxis kombiniert alle drei Methoden in einem Football-Field-Diagramm: Sie sehen die Bewertungs-Spanne aus jeder Methode visuell und können die Überlappungsbereiche als wahrscheinliche Verhandlungszone identifizieren. Eine professionelle M&A-Bewertung präsentiert immer ein Football-Field, nie eine einzelne Zahl.
3. Verkaufsprozess: Die 6 Phasen im Detail
Ein professioneller M&A-Verkaufsprozess in der Schweiz dauert typischerweise 6–12 Monate. Hier die sechs Phasen mit realistischen Zeitspannen:
Phase 1: Vorbereitung (8–12 Wochen)
In dieser Phase arbeiten Sie mit einem Berater oder mit digitalen Tools an:
- Bereinigung der Buchhaltung der letzten 3 Geschäftsjahre
- Zusammenstellung der Information Memorandum (IM) — typischerweise 35–50 Seiten
- Strukturierung des virtuellen Datenraums (Verträge, HR, Finanzen, Recht, Steuern, IT)
- Vorbereitung einer Anonymous Teaser (1-Pager) und Long-Form IM
- Identifikation des Käufer-Universums: strategische Käufer, Finanzinvestoren, MBO-Kandidaten
Phase 2: Käuferansprache (4–8 Wochen)
Die Käuferliste enthält typischerweise 30–80 Namen. Davon erhalten 50 % den Anonymous Teaser, 20 % unterzeichnen ein NDA und erhalten das vollständige IM, und 5–10 % geben ein indikatives Angebot (Letter of Intent) ab.
Phase 3: Indikative Angebote & Auswahl (3–4 Wochen)
Sie erhalten zwischen 2 und 8 Letters of Intent (LoI). Die Auswahl basiert nicht nur auf dem Preis: Strukturierungsbereitschaft (Earn-Out, Vendor Loan), Geschwindigkeit, kulturelle Passung und Finanzierungssicherheit sind oft wichtiger als 5–10 % Preisdifferenz.
Phase 4: Due Diligence (8–14 Wochen)
Der Käufer prüft Ihr Unternehmen systematisch über sechs Workstreams: Finanzen, Recht, Steuern, HR, Operations, IT/Daten. In dieser Phase werden 60–80 % aller Deals neu verhandelt — entweder Preis, Earn-Out oder Garantien. Wer hier mit lückenhaften Daten startet, verliert.
Phase 5: Verhandlung & Vertragsabschluss (4–8 Wochen)
Der Sale-and-Purchase-Agreement (SPA) ist 80–150 Seiten. Schlüsselthemen:
- Kaufpreismechanismen (Locked Box vs. Completion Accounts)
- Working-Capital-Garantie und Net-Debt-Adjustment
- Garantien und Freistellungen (Reps & Warranties)
- Earn-Out-Klauseln (Trigger, Berechnungsbasis, Cap)
- Wettbewerbsverbot (Dauer, Geografie, Branche)
- Conditions Precedent (Closing-Bedingungen)
Phase 6: Closing & Integration (2–6 Wochen)
Closing-Tag: notarielle Beurkundung, Kaufpreiszahlung, Übergabe der Geschäftsführung. Die ersten 100 Tage nach Closing sind kritisch — hier entscheidet sich, ob der Earn-Out greifen wird und ob Sie als Verkäufer Ihre Verpflichtungen aus dem SPA erfüllen können.
4. Käufertypen: Wer kauft Schweizer KMU?
Strategische Käufer (40 % aller KMU-Deals)
Andere Unternehmen aus derselben Branche, die durch Akquisition wachsen wollen. Sie zahlen oft höhere Multiples (5–20 % über Marktdurchschnitt), weil sie Synergien realisieren können. Verhandeln aber hart bei Earn-Out und Wettbewerbsverbot.
Typische Vertreter: Schweizer Konzerne (Bühler, Jelmoli, Calida-Gruppe), grössere KMU mit Buy-and-Build-Strategie, internationale Player (Rieter international, Sika, Sonova).
Finanzinvestoren (35 %)
Private-Equity-Fonds und Family Offices, die mit 4–7 Jahren Halteperiode arbeiten. Bevorzugen rekurrente Umsätze, Wachstumspotenzial und führungsstarkes mittleres Management.
Typische Vertreter: CGS Management, Capvis Equity Partners, Invision, Patrimonium Private Equity, Helvetica Capital.
Management Buy-Out (MBO) / Management Buy-In (MBI) (15 %)
Das eigene Führungsteam (MBO) oder ein externes Management-Team (MBI) kauft das Unternehmen, oft mit Finanzierungsunterstützung einer Bank oder eines Mezzanine-Kapitalgebers. Vorteile: Kulturelle Kontinuität, oft schnellere Closings. Nachteile: Niedrigere Bewertungsmultiples, höheres Vendor-Loan-Risiko.
Family Offices & UHNW-Investoren (8 %)
Vermögende Familien investieren direkt in KMU mit langfristigem Halt-Horizont (10–20 Jahre). Tendenziell konservative Bewertungen, aber sehr stabile Eigentümer. Wachstumsmarkt: Anzahl Family-Office-KMU-Transaktionen in der Schweiz hat sich seit 2020 verdoppelt.
Search Funds (2 %)
Eine wachsende Kategorie: Junge Unternehmer (oft mit MBA) sammeln Kapital und kaufen ein einziges KMU, das sie selbst führen wollen. Geeignet für Unternehmen mit CHF 500 Tsd.–CHF 5 Mio. EBITDA und stabiler Marktposition.
5. Rechtlicher Rahmen: OR, FusG, BVG
Obligationenrecht (OR)
Der Verkauf einer GmbH-/AG-Beteiligung wird durch Art. 184 ff. OR (Kaufvertrag), Art. 197 ff. OR (Gewährleistung) und für AG zusätzlich durch Art. 627 ff. OR geregelt. Die wichtigsten Punkte:
- Gewährleistungsfrist: Standardmässig 1 Jahr ab Übergabe (Art. 210 OR). In der Praxis werden 2–3 Jahre für allgemeine Garantien und 5–7 Jahre für Steuern vereinbart.
- Verjährung: Beginnt mit Kenntnis des Mangels, nicht mit Übergabe.
- Wettbewerbsverbot: Maximal 3 Jahre nach Vertragsende, geografisch und sachlich begrenzt (Art. 340a OR).
Fusionsgesetz (FusG)
Bei Fusionen, Spaltungen, Umwandlungen und Vermögensübertragungen — relevant ab CHF 2 Mio. Bilanzsumme. Erfordert oft Zwischenbilanz, Prüfungsbericht und Eintragung im Handelsregister mit speziellen Fristen.
Berufliche Vorsorge (BVG)
Beim Asset Deal müssen Mitarbeiter mit ihren BVG-Ansprüchen migriert werden. Beim Share Deal bleiben sie automatisch beim verkauften Rechtsträger. Wichtig: Der Vorsorgeauftrag und die Pensionskassen-Reglemente müssen vor Closing geprüft werden — ungedeckte BVG-Verpflichtungen sind ein häufiger Streitpunkt.
Wettbewerbsrecht (KG)
Ab gewissen Schwellenwerten (CHF 2 Mrd. weltweiter Umsatz, CHF 500 Mio. Schweizer Umsatz pro Partei) ist eine Anmeldung bei der Wettbewerbskommission (WEKO) erforderlich. Die meisten KMU-Deals fallen unter die Schwelle.
Datenschutz (revDSG)
Seit 1. September 2023 gilt das revidierte DSG. Beim Verkauf müssen alle Verarbeitungstätigkeiten dokumentiert sein (Art. 12 RoPA), Datenschutzfolgeabschätzungen vorliegen (Art. 22 DSFA), und der Käufer in das Verarbeitungsverzeichnis eingebunden werden. Bussen bis CHF 250'000 für Verantwortliche bei Verstössen.
6. Steueroptimierung: Vom Asset Deal zum Share Deal
Die Wahl zwischen Asset Deal und Share Deal ist die wichtigste steuerliche Entscheidung im KMU-Verkauf — und hängt von Verkäufer- und Käuferinteressen ab.
Share Deal (Anteilsverkauf)
Verkäufer-Vorteil: In der Regel steuerfreier Kapitalgewinn für natürliche Personen aus Privatvermögen (Art. 16 Abs. 3 DBG). Der Schweizer Steuerfreibetrag für Kapitalgewinne ist einzigartig in Europa.
Käufer-Nachteil: Keine Step-Up der Aktiven (keine erhöhte Abschreibungsbasis), höheres Risiko verdeckter Verbindlichkeiten.
Asset Deal (Vermögenswertkauf)
Verkäufer-Nachteil: Die GmbH/AG verkauft ihre Aktiven, der Gewinn ist in der Gesellschaft steuerpflichtig (effektiv 12–22 % je nach Kanton). Anschliessende Liquidationsdividende wird mit Verrechnungssteuer 35 % belastet, im Privatvermögen aber pauschal mit Teilbesteuerung (zwischen 50 und 70 % der Dividende werden besteuert).
Käufer-Vorteil: Step-Up der Aktiven, höhere Abschreibungsbasis, geringeres Risiko verdeckter Verbindlichkeiten.
Praktische Strategien
- Indirekte Teilliquidation vermeiden: Ein Asset Deal innerhalb von 5 Jahren nach einem privatvermögensrechtlich steuerfreien Share Deal kann rückwirkend als steuerpflichtige indirekte Teilliquidation qualifiziert werden (Art. 20a DBG).
- Earn-Out-Strukturierung: Earn-Out-Zahlungen können als Verkaufserlös (steuerfrei) oder als Beratungshonorar (steuerpflichtig) qualifiziert werden — saubere vertragliche Trennung ist entscheidend.
- Holding-Struktur 5 Jahre vor Verkauf: Eine vorgeschaltete Holding-Gesellschaft ermöglicht oft die Beteiligungsabzug-Reduktion (Art. 69 DBG) bei späterem Verkauf der operativen Gesellschaft.
7. Die 10 teuersten Fehler — und wie Sie sie vermeiden
Fehler 1: Zu spät anfangen
70 % der KMU-Inhaber starten den Verkaufsprozess innerhalb von 12 Monaten vor ihrem geplanten Ausstiegsdatum. Realistisch sind 24–36 Monate. Wert-Verlust: 15–30 %.
Fehler 2: Keine bereinigte EBITDA-Brücke
Eigentümergehalt überdurchschnittlich, Familienleistungen, einmalige Aufwände, IFRS-Adjustments — wer hier nicht sauber dokumentiert, lässt im Schnitt CHF 200'000–500'000 Kaufpreis liegen.
Fehler 3: Hidden Real Estate ignorieren
Betriebsnotwendige Immobilien werden in der DCF-Bewertung unterbewertet. Eine Real-Estate-Discovery findet typischerweise 5–25 % zusätzlichen Wert.
Fehler 4: Falscher Bewertungsmethode vertrauen
Eine einzige Bewertungsmethode liefert eine einzige Zahl — und diese Zahl ist in 80 % der Fälle 10–30 % daneben. Football-Field-Analyse ist Standard.
Fehler 5: Käuferliste zu kurz
Wer mit nur 3–5 potenziellen Käufern in den Prozess geht, riskiert einen Niedrigstpreis. Optimum: 30–50 qualifizierte Käufer im Anonymous Teaser.
Fehler 6: NDAs zu spät ernst nehmen
Vor Versand des Information Memorandum muss ein qualifiziertes NDA unterzeichnet sein — idealerweise mit liquidated damages, Wettbewerbsverbot und Mitarbeiter-Abwerbeverbot.
Fehler 7: Steuerstruktur zu spät planen
Holding-Strukturierung, indirekte Teilliquidation, Earn-Out-Steuerlogik — wer das im Verkaufsprozess plant, hat mindestens eine dieser Optionen schon verloren. Steuerberater 24 Monate vor Verkauf einbinden.
Fehler 8: DD-Datenraum chaotisch
Käufer-Anwälte rechnen DD-Stunden nach Datenraum-Qualität. Ein chaotischer Datenraum verursacht 30–50 % höhere DD-Kosten (Käufer trägt) und führt zu Misstrauen — Misstrauen führt zu Preis-Kürzungen.
Fehler 9: Earn-Out-Triggers schlecht definiert
"EBITDA Year 1+1 erreicht CHF X" ist eine Ladung Streit. Was zählt als EBITDA? Welche Anpassungen? Wie wird gemessen? 60 % aller Earn-Outs werden vor Gericht gestritten.
Fehler 10: Emotional unvorbereitet
Wir haben Closings 30 Minuten vor Notartermin platzen sehen, weil der Verkäufer kalte Füsse bekam. Coaching für die Phase nach dem Closing ist mindestens so wichtig wie die Vertragsverhandlung.
8. Branchen-Multiples DACH Q1 2026
Die folgenden EBITDA-Multiples gelten für KMU mit CHF 0,5–10 Mio. EBITDA. Über CHF 10 Mio. addieren Sie typischerweise 0,5–1,5× ("Size Premium"). Quelle: Mergixa-Datenbank Q1 2026 (12'000 Schweizer/Deutsche/Österreichische Transaktionen 2020–2026).
| Branche | NACE | EBITDA-Multiple Median | Top-Quartil | Bottom-Quartil | |---------|------|------------------------|-------------|----------------| | Software (klassisch) | J62 | 8.5× | 11.0× | 6.0× | | SaaS (ARR > 5 Mio.) | J62 | 10.5× | 14.5× | 8.5× | | Maschinenbau | C28 | 6.0× | 7.5× | 4.5× | | Industrieautomation | C26 | 7.0× | 9.0× | 5.5× | | Medizintechnik | C32 | 8.0× | 10.0× | 6.5× | | Pharmazie / Biotech | C21 | 9.5× | 13.0× | 7.0× | | Chemie | C20 | 6.5× | 8.5× | 5.0× | | Lebensmittelproduktion | C10 | 5.5× | 7.0× | 4.0× | | Bauwesen | F | 4.5× | 6.0× | 3.5× | | Handel B2B | G46 | 5.0× | 6.5× | 3.5× | | Handel B2C | G47 | 4.5× | 6.0× | 3.0× | | E-Commerce | G47 | 5.5× | 7.5× | 3.5× | | Logistik | H | 5.5× | 7.0× | 4.0× | | Hotellerie | I55 | 4.0× | 5.5× | 2.5× | | Gastronomie | I56 | 3.5× | 5.0× | 2.0× | | Beratung / Services | M70-74 | 5.5× | 7.5× | 4.0× | | IT-Services / MSP | J62.0 | 7.0× | 9.0× | 5.5× | | Marketing / Werbung | M73 | 5.0× | 7.0× | 3.5× | | Bildung | P85 | 5.0× | 6.5× | 3.5× | | Gesundheitswesen | Q86 | 6.5× | 8.0× | 5.0× | | Pflege / Heime | Q87-88 | 5.0× | 6.5× | 3.5× | | Immobilien-Services | L | 6.0× | 8.0× | 4.5× | | Energie / Versorgung | D | 7.5× | 9.5× | 5.5× | | Telekommunikation | J61 | 6.5× | 8.0× | 5.0× | | Versicherungs-Vermittlung | K65-66 | 7.5× | 10.0× | 5.5× |
Anpassungen:
- Wachstum > 15 % p.a.: +20 % Multiple
- Recurring Revenue > 80 %: +15 % Multiple
- Top-3-Kunden > 50 % Umsatz: -25 % Multiple
- IP-/Marken-Schutz dominant: +10–15 % Multiple
- Inhaberabhängigkeit hoch: -15–20 % Multiple
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9. Honorarmodelle: Was kostet ein M&A-Berater?
Klassisches Lehman-Honorar
Standardmodell der Schweizer Boutiquen: 5 % auf die ersten CHF 1 Mio. Kaufpreis, 4 % auf die zweiten Mio., 3 % auf die dritten, 2 % auf die vierten, 1 % auf alles darüber. Zusätzlich: monatliches Retainer-Honorar von CHF 5'000–25'000 für die Vorbereitung.
Beispiel: Verkaufspreis CHF 8 Mio. → 50 + 40 + 30 + 20 + 40 = CHF 180'000 Erfolgshonorar + ca. CHF 90'000 Retainer = CHF 270'000 Gesamthonorar (3,4 %).
Fixed Fee
Manche Boutiquen bieten Fixed Fees zwischen CHF 80'000 und CHF 250'000 an, abhängig von Komplexität und erwarteter Bewertungs-Spanne. Vorteil: Planbarkeit. Nachteil: Berater haben keinen Anreiz für höchste Verhandlungsergebnisse.
Hybrid-Modell (Mergixa-Empfehlung)
Niedrigeres Retainer (CHF 3'000–8'000/Monat) plus erfolgsabhängiges Honorar (1,5–3 %) plus Bonusplan ab Bewertungs-Schwelle. Schafft Anreize ohne überproportionale Kosten.
Selbstvermarktung mit digitaler Plattform
Für Inhaber mit Erfahrung oder kleineren Transaktionen unter CHF 3 Mio.: Mergixa als digitale Plattform (CHF 500–3'000/Monat) ersetzt die strukturierten Berater-Tools (Bewertung, Datenraum, IM-Templates, Due-Diligence-Checklisten, IC-Voting) — Sie sparen 70–90 % der Beraterkosten und behalten die Verhandlungskontrolle.
10. Digitale Tools für KMU-Verkäufer 2026
Der Schweizer M&A-Markt digitalisiert sich rapide. Was 2020 noch ein USD-50K-Datasite-Abo war, ist heute eine integrierte SaaS-Plattform mit Bewertung, DD-Workstreams, IC-Voting und Audit-Trail.
Bewertungstools
- Mergixa Bewertungsrechner (kostenlos): 3-Minuten-Indikation mit Multiples + DCF + Football-Field
- Mergixa Vollbewertung (Paid): 25 Branchen, Sensitivitäts-Analyse, PDF-Report
Datenraum & DD
- Mergixa Data Room: Schweizer Hosting, granulare Berechtigungen, Watermark, Audit-Trail
- Mergixa DD-Checklisten: 200+ Items in 8 Workstreams, branchen-tailored
Workflow & Compliance
- Mergixa IC-Voting: Lückenloser Audit-Trail, exportierbar
- Mergixa Vorlagen-Hub: NDA, LoI, Term Sheet, MoU, APA, SPA — Schweizer-Anwalt-geprüft
Free-Tools für den Einstieg
- Exit-Readiness-Score — 25 Fragen, PDF-Report
- Bewertungsrechner — Multiples + DCF
- DD-Checkliste-Generator — branchenspezifisch, Excel-Export
- Vorlagen-Hub — 6 Schweizer-Anwalt-Templates
- M&A-Prozess-Simulator — 6-Phasen-Timeline
Fazit: Ihre nächsten Schritte
Wenn Sie Ihren Unternehmensverkauf 2026 planen, empfehlen wir folgende Reihenfolge:
- Heute: Exit-Readiness-Score und indikative Bewertung berechnen (kostenlos, 8 Minuten)
- Diesen Monat: Steuerberater einbinden, Holding-Struktur prüfen
- In 3 Monaten: Bereinigte EBITDA-Brücke fertigstellen, Datenraum strukturieren
- In 6 Monaten: M&A-Berater oder digitale Plattform wählen, Käuferliste erstellen
- In 12 Monaten: Anonymous Teaser raus, indikative Angebote sammeln
- In 18 Monaten: Closing
Die Verkäufer, die wir täglich begleiten, sind nicht die mit dem grössten Unternehmen — sondern die, die ihren Prozess mit 24 Monaten Vorlauf strukturieren. Der Unterschied liegt im Bewertungsergebnis: 20–40 % höhere Multiples bei strukturierter Vorbereitung.
Starten Sie heute: Exit-Readiness-Score berechnen — kostenlos, anonym, mit PDF-Report.
Über Mergixa: Mergixa ist die Schweizer M&A-Plattform für KMU-Inhaber, M&A-Berater und Private-Equity-Funds. 2026 entwickelt aus dem Werk41-Ökosystem, nach Schweizer DSG, Hosting in der Schweiz, mit lückenlosem Audit-Trail. Mehr unter mergixa.ch.
